Neuigkeiten
Gaestebuch

Karten unter:

Online: Terminauswahl
Telefon:  02932/39140
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Freilichtbühne Herdringen begeistert seit 1949

Herdringen. Sie ist ein Dauerbrenner. Die Freilichtbühne Herdringen begeistert ihre Besucher seit 67  Jahren. Mit der Spielzeit 2016 feiert sie mit ihrer 100. Inszenierung  ein stolzes Jubiläum. Vier Generationen einiger Familien haben über Jahrzehnte ihre Rollen auf der Bühne gelebt und ihre Aufgaben im Verein mit Hingabe erfüllt: Mit Teamgeist und Hilfsbereitschaft, mit Verantwortung und Kreativität, mit Neugier und Mut. 

Die Eigenschaften sind heute so aktuell  wie 1949. Die katholische Jugend fand sich damals unter Pater Theo Thüte zusammen. Sie beschlossen eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Denn eigentlich ist die Herdringer Theatertradition bereits über 130 Jahre alt. Sie beruht auf dem Einsatz des Herdringer Lehrers Heinrich Knoche, der sich nicht nur als Mathematiker einen Namen machte, sondern mit dem Männergesangverein auch Volksstücke auf die Bühne brachte. Der Grundstein der Herdringer Theatergeschichte war gelegt.

Tradition aus dem 19. Jahrhundert 

Den Startschuss zur ersten großen Aufführung  gab die Gräfin Thun-Hohenstein. Sie war vom Einsatz der Dorfjugend mit ihren kleinen Theaterstückchen so begeistert, dass sie den Regisseur Anton Funke aus Hamm nach Herdringen lotste. Seine erste Inszenierung fand in einer Gaststätte mit 38 Schauspielern statt. In „Schmidt’s Saal“ wurde „Der verlorene Sohn“ zum einem riesigen Erfolg, zu den acht Aufführungen kamen 2000 Besucher. Schmidt’s Saal wurde bald zu klein, 1953 musste für den „Bettler vor dem Kreuz“ schon die Schützenhalle herhalten, eine Übergangslösung.

Seit 1954 Freilichttheater

Im Frühjahr 1954 entschied sich der junge Verein zum Freilichttheater und zog in den stillgelegten Steinbruch. Es herrschte eine Aufbruchstimmung angesichts der „Naturkulisse von imposanter Schönheit“. Doch die Natur ließ sich nicht lange bitten. „Wilhelm Tell“ verregnete von vorn bis hinten. 1955 der zweite Tell-Anlauf: Wieder begann es  zu regnen. Aber die Bühne trotzte dem Tell-Wetter: Noch während der Spielzeit feierte sie das Richtfest für die Dachkonstruktion der ersten Tribüne, die fortan 1000 Zuschauern Schutz bieten sollte.

Die Spieler, die zu den ersten Aufführungen immer von den Umkleiden im Gasthof Schweineberg im Regen zur Bühne laufen mussten, waren froh, als sie eine ausgediente Flüchtlingsbaracke als erstes improvisiertes „Spielerheim“ aufstellen konnten. 1974 kam endlich der Bau des richtigen Spielerheims.

Zuschauerrückgang ausgekontert

Aber Theater wäre nicht Theater, wenn es nicht unberechenbar wäre. Der Zuschauerschwund ab Ende der 60er Jahre erforderte eine Reaktion. Deshalb: 1978 führte die Bühne erstmals ein Kinderstück auf. Der „Räuber Hotzenplotz“ ließ die Zuschauerzahlen wieder nach oben schnellen. Aber es dauerte weitere fünf Jahre, ehe die Spielschar groß genug war, um zwei Stücke in der Saison anzubieten. Auch das wurde zu einem Erfolg, ebenso wie das Wintertheater, das seit 2004 im Spielerheim intime Theateratmosphäre vermittelt.

So stellt sich die Freilichtbühne seitdem zeitgemäß auf. Kinderklassiker und Lustspiele gehören ebenso zu den 100 Inszenierungen, wie die in den vergangenen Jahren vermehrt aufgeführten Musicals, mit mehr Aufwand, 

mit mehr Professionalität. Technik und Maske, Bühnenbau und Kostüm, Geschäftsführung und künstlerische Leitung: Weit über 300 aktive Mitglieder arbeiten in verschiedenen Gewerken zusammen, oder spielen auf der Bühne vor Publikum. Das Baby ebenso, wie der Großvater. Seit 1949 haben das bereits über eine Million Besucher mit ihrem Applaus belohnt.